Bremser der Energiewende (aus der sfv-rundmail vom 01.02.2012 --> www.sfv.de

Beitrag von Kurt Kreß, Frankfurt am Main

Menschen, die ihre Um- und Mitwelt wahrnehmen, machen sich Sorgen wegen der Beschleunigung des Klimawandels, wegen des dadurch schnelleren Anstiegs des Meeresspiegels, der die Existenz von Millionen Küsten- und Inselbewohnern gefährdet, und wegen der Zunahme extremer Wetterereignisse, die durch Dürren, Überschwemmungen und Orkane Hunger und Armut verstärken. Dagegen machen sich die Minister Rösler (FDP) und Röttgen (CDU) Sorgen darüber, dass die Nutzung der Sonnenenergie durch die Fotovoltaik zu schnell wächst. Selbst Experten wie Stephan Kohler, Chef der Deutschen Netzagentur (Dena) fordern deutliche Einschränkungen beim Solar- und Windenergieausbau, da das Hochspannungsnetz das „derzeitige Ausbautempo nicht verkrafte“.

Herr Kohler weiß natürlich, dass die Sonnenenergie auch durch Ausbau der Hochspannungsnetze weder am frühen Morgen oder am späten Abend oder gar in der Nacht zur Verfügung steht. Er sollte aber auch die entscheidende Lösung des Problems kennen, dass man nämlich durch dezentrale Stromspeicher im Niederspannungsnetz die Mittagsspitze der Solarenergie zeitlich über den ganzen Tag verteilen kann. Dann kann sie ohne weiteren Ausbau der Niederspannungs-, Mittelspannungs- und der Hochspannungsnetze überall dorthin geleitet werden, wo Strombedarf herrscht.

Lediglich für Windstrom aus großen Offshore –Windparks in Nord- und Ostsee oder für Solarstrom aus Nordafrika müsste das Netz verstärkt werden. Da wir aber beides nicht benötigen 2), können wir Zeit und Kosten sparen. Scheinbar verdrängen die Herren drei wichtige Erkenntnisse: Erstens sollte man die dezentral auftretenden Primärenergien wie Sonne und Wind auch dezentral nutzen; zweitens zeigen die Daten des Statistischen Bundesamtes oder des BMU (AGEE Stat) 3), dass keine Energietechnik schneller zu realisieren ist als der Ausbau dezentraler Anlagen zur Nutzung von Sonne und Wind; drittens ist das Zeitfenster zur Klimarettung äußerst klein.

Jeder, ob Umweltschützer oder Schnäppchenjäger, der mit jetzt günstigen Solarzellen auf dem Dach und einer Speicherbatterie im Keller für seinen eigenen Strombedarf sorgt, entlastet das Netz ebenso wie diejenigen, die ihren selbst erzeugten Strom einspeisen. Sie reduzieren den Verbrauch fossiler Brennstoffe und bringen so den Klimaschutz voran, im Gegensatz zu Politikern, die einen „Mega-Boom“ beim Zubau von Fotovoltaik-Anlagen und zu hohe Renditen fürchten und deshalb durch drastische Kürzungen der Einspeisevergütung die Entwicklung der Fotovoltaik und viele zukunftssichere Arbeitsplätze gefährden und so die dringend benötigte Energiewende verzögern.

Wir sollten so lebenswichtige Dinge wie die Energiewende nicht alleine der Politik überlassen 4), sondern selbst aktiv werden.

 

Quellen:

1) Siehe "SFV Speicher- statt Netzausbau" http://www.sfv.de/artikel/speicherausbau_im_niederspannungsnetz_statt_netzausbau.htm

2) Siehe „Über den Gebrauchswert von Offshore-Windparks“ in Solarbrief 3/11, S. 16 und „Europa braucht weder Atom- noch Wüstenstrom“ in sfv-Solarbrief 1/11, S. 28 3)

Siehe auch http://www.volker-quaschning.de/datserv/ren-Strom-D/index.php und dort erneuerbare Energien-Statistik.

4) Siehe „Brauchen wir internationale Klimaschutzkonferenzen?“ in Solarbrief 1/12


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